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Zwei Tools zu maximaler Klarheit

Warum du weniger brauchst als du denkst und mehr umsetzen kannst, als du es tust.

Es gibt ein Wort, das verrät sehr viel über unser inneres Leben. Er beginnt harmlos, fast entschuldigend: „Eigentlich …“

🧩 Eigentlich würde ich gerne mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

🧩 Eigentlich wollte ich längst dieses Projekt starten.

🧩 Eigentlich weiß ich, dass mir das nicht guttut.

🧩 Eigentlich habe ich da schon lange Lust drauf.

Das Wort „eigentlich“ ist nicht nur Füllwort, es ist ein Hinweis. Ein leiser Marker für etwas, das da ist, aber keinen Platz bekommt. Und genau deshalb brauchen wir für Klarheit nicht zehn Methoden, keine Morgenroutinen, keine ausgefeilten Systeme. Wir brauchen nur zwei Dinge:

 

Tool 1: Erkenne dein „Eigentlich“

Jedes „eigentlich“ enthält einen Wunsch. Nicht laut. Nicht fordernd. Aber ehrlich. Das Problem ist nicht, dass wir diese Wünsche nicht kennen. Das Problem ist, dass wir sie aufschieben, relativieren oder an bessere Zeiten delegieren.

🧩 „Das plane ich mal.“

🧩 „Das mache ich im Urlaub.“

🧩 „Dafür brauche ich erst mehr Ruhe.“

🧩 „Jetzt passt es gerade nicht.“

🧩 „Bei uns ist das eben so.“

Ich habe das selbst lange so gemacht. Auch wenn mir etwas wichtig war, habe ich es auf später verschoben. In die Hoffnung, dass irgendwann der richtige Moment kommt. Das Ergebnis war oft ernüchternd: überladene Urlaube, vollgestopfte Auszeiten oder Ideen, die nie gelebt wurden. Das „Eigentlich“ blieb. Und es blieb folgenlos. Dabei ist dieses Wort ein erstaunlich präziser Detektor. Es zeigt dir, wo dein Alltag nicht mit deinen inneren Prioritäten übereinstimmt. Wer Klarheit will, muss nicht tiefer graben. Er muss nur sich selbst zuhören.

 

Tool 2: Kümmere dich darum. Sofort.

Das zweite Tool ist unbequemer. Es heißt: umsetzen.

🛑 Nicht morgen.

🛑 Nicht, wenn es passt.

🛑 Nicht, wenn alles vorbereitet ist.

💡 Sondern jetzt oder so nah wie möglich am Jetzt. Ich erlebe viele Menschen, die gute Ideen haben und sie zerdenken. Die prüfen, planen, abwägen, absichern. Und währenddessen passiert: nichts. Ich habe mir angewöhnt, anders mit diesen Impulsen umzugehen. Wenn mir etwas in den Sinn kommt, prüfe ich es kurz (keine Schnapsideen, aber auch keine Endlosschleifen). Fünf Minuten Denken reichen oft. Und dann setze ich um.

Ein Beispiel gefällig? Am 21. Dezember 2025 hatten wir die Idee, zu einem neu eröffneten Café zu wandern, dort zu frühstücken und wieder nach Hause zu laufen. Insgesamt 26 Kilometer. Unsere längste Wanderung in diesem Jahr. Früher hätte ich gedacht: Das planen wir. Nach den Feiertagen. Im neuen Jahr. Mit besserer Vorbereitung. Diesmal habe ich etwas anderes gedacht: Das Wetter passt. Ich habe Lust. Morgen habe ich einen Termin, der verschiebbar ist. Also habe ich ihn verschoben und bin gegangen. Nicht, weil es besonders diszipliniert war. Sondern weil es stimmig war.

Klarheit entsteht nicht durch Planung, sondern durch Bewegung Das ist ein Punkt, der vielen schwerfällt: Klarheit kommt selten vor der Entscheidung. Sie entsteht durch sie. Auch im Business. Ich warte nicht mehr auf Erlaubnis. Wenn ich eine Idee habe, die sich testen lässt, teste ich sie. Nicht blind, aber mutig. Während andere zweifeln, verwerfen, neu denken, habe ich oft schon zwei Dinge ausprobiert und bin weiter. Das ist keine Ungeduld.Es ist eine andere Form von Perfektionismus.

🛑 Nicht: alles richtig machen.

👣 Sondern: in Bewegung bleiben.

Natürlich funktioniert nicht alles. Aber jedes Umsetzen schafft Realität. Und Realität ist immer klarer als Theorie. Weniger denken, ehrlicher handeln Diese zwei Tools sind banal und genau deshalb so wirksam: Erkenne dein „Eigentlich“. Nimm es ernst. Es ist kein Zufall. Kümmere dich darum. Nicht irgendwann. Sondern so bald wie möglich. Du brauchst dafür keine neue Version von dir. Du brauchst nur die Bereitschaft, dir selbst zu glauben.

 

Eine Einladung zum Weiterdenken

Klarheit ist nichts, was man einmal findet und dann besitzt. Klarheit ist etwas, das immer wieder neu entsteht, wenn wir aufhören, uns selbst zu vertrösten.

Wenn du Lust hast, genau diese Art von Fragen regelmäßig mitzudenken – jenseits von Selbstoptimierung, aber nah an deinem echten Leben – dann lade ich dich ein, meinen Newsletter zu abonnieren. Nicht als Anleitung. Sondern als Denkraum.

Für die Frage: Will ich das wirklich oder sage ich nur „eigentlich“?